Warum Klettern?

Kraft in den Armen ist das eine. Stärke im Kopf das andere!

1. Klettern macht Spaß und verbrennt Kalorien

Klettern macht Spaß„Klettern eignet sich als Sport für Jung und Alt gleichermaßen, weil es neben den Muskeln auch die soziale Verantwortung und die Basissinne wie Gleichgewicht, Tastsinn und Körpersinn stärkt. Beim Klettern kann jeder seine persönlichen Grenzen abstecken und Schritte tun, die direkt zum Erfolg führen.“
Wer klettert, spannt nahezu jeden Muskel an. Entgegen der weitverbreiteten Vorstellung klettert man nicht nur mit den Armen, sondern vor allem mit den Beinen. Wer sich nur auf seinen Bizeps verlässt, baumelt schnell müde im Seil. Beim Klettern wird sowohl die Kraftausdauer trainiert, als auch explosive Bewegungen, wenn man sich von einem Griff zum nächsten bewegt.

2. Klettern lässt den Alltag vergessen

Alltag vergessenDie Konzentration geschult, weil man sich in diesem Sport immer wieder auf neue Routen einstellen muss. Das ist perfekt, um nach einem stressigen Arbeitstag den Kopf frei zu kriegen. Manchmal sieht man Kletterer, die wie Pantomimen am Boden stehen: Vor ihrem geistigen Auge gehen sie die Route Griff für Griff durch und planen voraus wie ein Schachspieler. Das Schöne dabei: Man kann sein eigenes Tempo gehen. Für Anfänger bis zum Profi gibt es in den Kletterhallen den passenden Schwierigkeitsgrad. Und wenn man oben ankommt – egal über welche Route – ist das Erfolgserlebnis garantiert.

3. Klettern ist ein Gesundheits- und Fitnesstraining

Gesundheits- und FitnesstrainingWer regelmäßig klettert schult sowohl statische als auch dynamische Kraft. Dabei wird nicht nur die Kraftausdauer, sondern auch die Maximalkraft angesprochen. Und das alles nur mit dem eigenen Körpergewicht. Körperspannung und Koordination sind unerlässlich für das Klettern und werden bei richtigem Herangehen Tag für Tag trainiert. Besonders gut für Motivation und Selbstwirksamkeitsgefühl ist, dass man zu Beginn meist schnell Fortschritte macht: Die Körperspannung nimmt zu, man hat mehr Kraft in den Händen und findet schneller Lösungen für knifflige Stellen an der Wand. Außerdem lernt man, sich selbst und anderen zu vertrauen. Beim Klettern ist es nahezu unmöglich, nicht mit anderen in Kontakt zu treten. Einheit für Einheit kann man sich kleine, erreichbare Ziele setzen – ganz wichtig für die Motivation.
Klettern ist der perfekte Kraftsport für Menschen, die Abwechslung und neue Herausforderungen suchen, welche ein übliches Fitnessstudio oder Reha- und Gesundheitssportgruppen normalerweise nicht bieten können. Es eignet sich sowohl für gesunde, als auch für viele Menschen mit orthopädischen oder neurologischen Erkrankungen.

4. Klettern ist die ideale Sportart für die Schule

SchulsportDiese Bewegungsform fand im Schulsport wie auch in der Jugendarbeit und Sonderpädagogik bisher wenig Berücksichtigung.
Durch den Kletterboom in den letzten Jahren findet diese innovative Bewegungs- und Sportform verstärkt Eingang in die kindliche und jugendliche Bewegungswelt.
Im Zuge dieser Entwicklung erfährt das Klettern eine wachsende Bedeutung. Bisher hauptsächlich an Projekttagen während Schullandheimaufenthalten oder Ferienfreizeiten praktiziert, bietet die Nutzung von künstlichen Kletteranlagen in Schul- als auch Wohnortnähe die Chance, die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten und pädagogischen Zielsetzungen des Kletterns zu erreichen.
Durch den hohen Aufforderungscharakter der Kletterwände wird vor allem die Motivation der Kinder angesprochen. Neue und ungewohnte Bewegungsformen werden spielerisch erprobt, konditionelle und koordinative Fähigkeiten werden dabei genauso trainiert wie Gleichgewichtsgefühl und Kreativität.
Klettern lässt sich dabei sowohl im Sportunterricht der Schulen als auch in anderen Bereichen einsetzen.
Der Bereich der Richtlinien mit dem Teilaspekt „etwas wagen und verantworten“ wird durch das Klettern in erlebnisorientierter Form mehrperspektivisch umgesetzt. Sportklettern ist besonders geeignet soziale Erfahrungen und Lernerfolge zu vermitteln.
Wie bei kaum einer anderen Sportart werden beim Klettern so intensiv die eigenen Grenzen sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht aufgezeigt.
Auch der Inhaltsbereich „ den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeiten ausprägen“ mit den Aufgaben Wahrnehmung des eigenen Körpers, seiner Aktionsmöglichkeiten und Grenzen wird in idealer Weise angesprochen.
Dabei ist die limitierende Komponente nicht in erster Linie die Kraft, sondern die Geschicklichkeit des Kletternden.
Es bietet sich die Chance, durch eine Vielzahl von Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden vielfältige und individuell angemessene Herausforderungen für den Einzelnen zu erstellen. Dabei erleben die Kinder und Jugendlichen die individuellen Könnens- und Leistungsfortschritte unmittelbar.
Vor allem mit der entsprechenden Reflexion können diese Erfahrungen und Handlungen das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken.
Jugend- und Sozialarbeit
Sportklettern ist vor allem in der Jugend- und Sozialarbeit besonders geeignet soziale Erfahrungen und Lernerfolge zu vermitteln.
Die Bewältigung von Grenzsituationen hat dabei eine besondere Bedeutung. Ein kontrolliertes Eingehen von Risiko-Wagnis-Situationen gehört ebenso dazu wie die Verantwortungsübernahme des Sichernden. Gerade das Eingehen des Wagnisses ist eine Grenzsituation, in der die Schwierigkeit der Aufgabe und die eigenen Fähigkeiten realistisch abzuschätzen sind und damit die Folgen für sich und andere verantwortlich kalkulieren zu können. Verantwortliches Handeln wird dadurch nicht nur theoretisch, sondern echt und lebensnah erfahren.

Übersicht über die Fördermöglichkeiten durch Klettern:

Kognitiver Bereich

  1. Förderung von Fertigkeiten zur Problemlösung
  2. Förderung der Konzentration
  3. Entwicklung von Handlungskompetenzen

Emotional-affektiver Bereich

  1. Lernen mit Ängsten umzugehen
  2. Erfahren von gegenseitigem Vertrauen
  3. Umgang mit den eigenen mentalen und physischen Grenzen erlernen

Wahrnehmungsbereich

  1. Förderung der kinästetischen Wahrnehmung
  2. Förderung der taktilen Wahrnehmung
  3. Förderung der Raum-Lage Wahrnehmung

Motorischer Bereich

  1. Förderung der Hand Auge Koordination
  2. Förderung der Bewegungskreativität
  3. Erlernen von kontrollierten und ruhigen Bewegungen

Sozialer Bereich

  1. Förderung der Eigenverantwortung
  2. Teamarbeit erleben
  3. Verantwortung für die Sicherheit anderer übernehmen

5. Klettern statt oder als Ergänzung zur Krankengymnastik

KrankengymnastikKlettern statt oder als Ergänzung zur Krankengymnastik
Das therapeutische Klettern hat einen hohen Nutzen in der Behandlung von neurologischen, orthopädischen und psychischen Erkrankungen. Beim Üben gewinnen die Personen Selbstvertrauen in ihre körperlichen Fähigkeiten, verbessern Koordination, Gleichgewicht, Gelenksmobilität und Kraft.
Durch die nötige Kombination dynamischer Muskelarbeit, ständiger Schwerpunktkontrolle und Stabilisierung werden vor allem bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Parkinson oder nach einem Schlaganfall verschiedene therapeutische Aspekte kombiniert.

6. Klettern ist die Herausforderung für Menschen mit Handicap

Herausforderung für Menschen mit HandicapDie Kletterhalle hat besondere Sektoren für Menschen mit körperlichen Einschränkungen eingerichtet. Die Halle ist barrierefrei und kann auch vom Parkplatz ohne jede Stufe betreten werden.

Klettern als Sportart z.B. für MS Patienten? Ja sind die denn verrückt? Ist das denn nicht gefährlich?
Das Projekt wurde Abenteuer Aufwind wurde 2010 vom Sportwissenschaftler Martin Schmid in Bottrop initiiert und fand großen Zuspruch unter den MS-Betroffenen, die sich seither regelmäßig montags zum Klettern unter sportwissenschaftlicher Betreuung treffen.
MS-Erkrankten fällt es oft schwer, die Beine anzuheben und Druck auf die Füße auszuüben. Was gibt Menschen, die unter Störungen der Bewegungskoordination leiden und sich eigentlich mit festem Boden unter den Füßen am sichersten fühlen müssten, den Mut, in schwindelerregende Höhe aufbrechen?
Diese besondere Art von Sport hilft eben gerade dabei, Ängste zu bewältigen, indem sie das Selbstwertgefühl steigert. Wer von ganz oben auf eine perspektivisch verkleinerte Welt, im wahrsten Sinne des Wortes, herabblickt, fühlt sich stark, stolz und so mancherlei sorgenvollem Kleinkram entrückt: ein klarer Zugewinn an Lebensqualität.

Klettern wirkt sich positiv auf die Koordination aus und fördert den Gleichgewichtssinn. Durch die Überkreuzbewegungen werden z.B. die beiden Hirnhälften besser verschaltet und so die Gangsicherheit und Standstabilität verbessert. Außerdem wird durch das Klettern die Auge-Hand sowie die Auge-Fuß Koordination trainiert. Alle Teilnehmer spüren einen individuellen Erfolg, entsprechend der eigenen gesundheitlichen Problematik, und genau das prädestiniert gerade diesen Sport für den therapeutischen Einsatz bei Multipler Sklerose: Vor allem das trainieren mit Spaß und kleinem Nervenkitzel in luftiger Höhe macht unter Gleichgesinnten enorm viel Spaß. Einige Teilnehmer nehmen bis zu einer Stunde Fahrzeit in Kauf um Montagabends ein kleines Abenteuer zu erleben. Auch die Anfänge an der neuen Therapiekletterwand bringen neue Bewegungserfahrungen und Erfolge mit. Wem die Kraft oder die Lust ausgeht, der gibt dem Sicherungsteam ein Zeichen und lässt sich einfach wieder abseilen. Was aber angesichts der hohen Trainingserfolge immer seltener vorkommen dürfte: Sobald Fortschritte spürbar und sichtbar sind, genießen es die Kletterer, sich neue Kletterrouten und damit neue Herausforderungen an den senkrechten Kletterwänden zu suchen.
weitere Infos zu diesen Projekten finden Sie auf www.abenteueraufwind.de

Auch im Bereich der Sonderpädagogik bietet Klettern vielseitige Bewegungsanreize und Einsatzmöglichkeiten.
Neurophysiologisch ergeben sich durch die komplexen Bewegungsabfolgen völlig neuartige Verschaltungen der Hirnareale. Motorik in ständiger Wechselwirkung mit Sensorik fördert kognitive Prozesse. Der Kletternde spürt die Wirkung der Schwerkraft, erfährt die eigenen Grenzen, trainiert Koordination, Kraft, etc. in einem spielerischen Tun.

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